Ein aufregender, asymmetrischer Traumwagen aus dem Jahr 1960!

Der XNR aus dem Hause Plymouth zählt zu den seltensten Fahrzeugen der Welt und ist ein Relikt aus dem Jahr 1960. Als 2012 schließlich ein tadelloses Exemplar für umgerechnet über 700.000 Euro versteigert wurde, sorgte das außergewöhnliche Konzeptauto für ein ungeahnt großes Medienecho. Weitere Einzelheiten zu diesem Traumwagen finden sich hier.

Ein Supersportwagen als Antwort auf den Ford Thunderbird

Der kommerziell hart umkämpfte Automobilmarkt der 1960er Jahre war von außergewöhnlichen Einflüssen geprägt. Zahlreiche US-amerikanische Customizer setzten auf den Stil von Düsenjets und Raketen, um die technischen Errungenschaften in die Automobilgeschichte zu integrieren. Aus dem Hause Ford galt der Donnervogel Ford Thunderbird als einer der Vorreiter dieser Bewegung. Der Plymouth XNR wurde innerhalb des Konzerns daher als Antwort auf den Ford Thunderbird konzipiert und gemeinsam mit Chefdesigner Virgil Exner als Studie realisiert. Das Automobil sollte besonders zukunftsweisend wirken und brach mit nahezu allen Konventionen der Zeit. Oldtimer Fans, die einen seltenen Plymouth XNR sehen, sind sicherlich von der Asymmetrie des Fahrzeugs zunächst schockiert. Er sollte jedoch das brave Image der Serienfahrzeuge von Plymouth durchbrechen und Käufern eine Alternative zum Plymouth Valiant bereitstellen. Den ehrgeizigen Plänen zum Trotz setzte sich wenige Jahre später dagegen der legendäre Barracuda durch und der XNR geriet in Vergessenheit.

Plymouth XNR war für die Serienfertigung zu ungewöhnlich

Der Plymouth XNR hat auch noch aus heutiger Sicht beachtliche Leistungswerte zu bieten. Obwohl offiziell nahezu keine Angaben bestätigt werden, weist der Traumwagen einen Hochleistungsmotor mit angeblich rund 250 PS auf. Mehr als ungewöhnlich ist dabei die Tatsache, dass dieses Konzeptauto nicht aus typischen Materialien für Fahrzeugstudien besteht, sondern gleich aus hochwertigem Stahl produziert wurde. Und obwohl sich Testergebnisse bei solch einem raren Boliden nicht einholen lassen, kursieren Gerüchte, nach denen der Plymouth XNR über 240 km/h schnell sein soll. Erreicht wird dies durch die aufregende Asymmetrie, die sich nach vorne verjüngt. Der Beifahrersitz ist zudem auf den ersten Blick nicht sichtbar und in der Karosseriefarbe abgedeckt. Autosammler erkennen dabei große Zusammenhänge zum schnittigen Jaguar D, den Virgil Exner sicherlich einmal gesehen haben muss. Der etwas verlagerte Scheitel setzt sich beim XNR jedoch bis zum Heck in eine mehr als erstaunliche Heckflosse fort.

Das Leben des XNR Designers Virgil Exner

Automobile des damaligen Ausnahmedesigners Virgil Exner sorgen weltweit bei wertvollen Versteigerungen für Aufsehen. In der heutigen Sammlerszene ist es nicht ungewöhnlich, wenn so an einem Wochenende Millionenwerte zwischen Sammlern und Verkäufern getauscht werden. Der in Michigan geborene Designer verpasste zahlreichen Chrysler Modellen ihren legendären Look und hatte eine große Vorliebe für außergewöhnliche Lampen und schnittige Heckflossen. Seine aerodynamischen Kenntnisse perfektionierte Exner gerade in der Zeit, als die Studie des Traumautos Plymouth XNR entstanden ist. Begonnen hat Virgil Exner jedoch mit Kassenschlagern wie dem Studebaker und seinen markanten Ideen für die Fahrzeugfront. Exner prägte hierbei den Begriff der Bullet Nose und traf den Nerv der Zeit. Charakteristisch für die Studebakers wie auch für den XNR ist, dass die Fahrzeuge eine mehr als eigentümliche Frontpartie aufweisen. Ganz im Sinne der Unternehmenspolitik scheint das Auto dabei stets optimistisch in die Zukunft zu weisen.

Bedeutung des XNR nach dem Aus für Plymouth 2001

Obwohl der Autobauer Plymouth im Jahr 2001 die Produktion einstellen musste, hat der Plymouth XNR gute Aussichten, in die Geschichte einzugehen. Obwohl er für die Serienfertigung nicht geeignet war, scheint er dennoch einen tiefen Wunsch der damaligen Gesellschaft nach einer neuartigen Effizienz widerzuspiegeln. Die Werte zumindest beeindrucken, da der Wagen mit Ford oder Corvette Oldtimern auch bei Rennen keine Probleme haben dürfte. Allerdings ist ein Renneinsatz für diesen asymmetrischen Traumwagen undenkbar, da es schließlich kein Serienfahrzeug ist und der Sammlerwert im sechsstelligen Bereich verortet wird. Nach dem Firmenaus für Plymouth tauchen in der Bilanz jedoch auch andere, bahnbrechende Konzeptautos auf. Doch auch der brave Plymouth XX oder das Plymouth Explorer Coupé belegen, dass es sich beim Plymouth XNR um ein Auto ohne Vergleichsmodelle handelt. Obwohl er für die Fertigung konzipiert wurde, ist er durch seine Stilbrüche ein einzigartiger Vorschlag geblieben.